Der Mönch: Grusel – Hörspiel komplett kostenlos (2013)

Die Kirche im Hörspiel Der Mönch

Der charismatische Mönch Ambrosio stürzt im 18. Jahrhundert durch Versuchung, Mord und einen Pakt mit dem Teufel ins Verderben.

Dieses ⇒Hörspiel ist 2013 nach einer ⇒Geschichte von Matthew Gregory Lewis erschienen.

Hier kommt auch schon Teil 1 des Hörspiels:

Und Teil 2:

Handlung von Der Mönch

Im Kapuzinerkloster zu Madrid läutet die Glocke, um die Gläubigen zu einer weiteren Predigt des seit drei Wochen sehr beliebten Abtes Ambrosio zu rufen. Da die Kirche bereits rappelvoll ist, suchen Donna Leonella Dalfa und ihre junge Nichte Antonia Dalfa verzweifelt einen Sitzplatz. Als junge Edelleute die Schönheit der verschleierten Antonia erwartungsvoll abschätzen, bieten sie ihre Plätze an.

Leonella fasst dies jedoch als Kompliment an ihre eigene unverschleierte „Schönheit“ an und bietet sich den beiden Galanen als reich und unverheiratet an. Sie zögert nicht, Antonia wie auf einem Heiratsmarkt feilzubieten und ihren Wert zu steigern, indem sie den neuen Marquis de las Cisternas aus Murcia als ihren Schutzherrn nennt. Lorenzo und sein Freund Christoval können nicht umhin, auf Antonia neugierig zu werden, doch die listige Leonella jagt Lorenzo einen Handkuss ab.

Endlich erklimmt Abt Ambrosio die Predigtkanzel. Er ist von so ausnehmend schöner Erscheinung, dass sich Antonia sofort unsterblich in ihn verliebt. Ihrer Tante geht es umgekehrt: Ambrosios wetternde Predigt, die jede Fleischeslust als direkten Weg zur ⇒Hölle verdammt, erscheint ihr allzu bedrohlich. Die beiden Edelmänner hinterfragen die Tugendhaftigkeit dieses Predigers. Dennoch erbitten viele Gläubige seinen Segen, den er bereitwillig erteilt.

Als die beiden Damen gegangen sind, bleiben die Edelmänner zurück. Lorenzo gesteht, sich in Antonia verliebt zu haben. Er hat Recht: Er darf auf eine gute Mitgift von Seiten des Marquis hoffen. Während es Christoval ins Theater zieht, will Lorenzo noch ins Nonnenkloster Santa Clara, um seine Schwester Agnes zu besuchen, die dort angeblich freiwillig lebt.

Eine Kirche von innen
Das Innere einer Kirche mit brennenden Kerzen

Doch ihn ereilt ihn ein furchtbarer Traum, als er in der Kirche der Kapuziner einschläft: Satan höchstselbst steigt aus der Hölle auf, um Antonia zu sich zu holen, als seine Braut. Kein anderer als Pater Ambrosio bietet sie ihm an! Auch Antonia hat ein furchtbares Erlebnis: Eine handlesende Zigeunerin sagt ihr voraus, ein Unhold werde sich bald auf sie stürzen. Sie solle die Tugendhaften meiden. Mit Leonella eilt sie nach Hause, um ihre kranke Mutter Elvira zu pflegen.

Als Lorenzo wieder erwacht, beobachtet er einen Mann in den ⇒Schatten, der etwas Merkwürdiges tut: Er hinterlässt einen Brief an der Statue des hl. Franziskus. Sicherlich geht es um eine Liebesaffäre, die ihn nichts angeht. Vor der Kirche rennt er in Christoval hinein, dem er sogleich davon erzählt. Als sie der Sache nachgehen, werden sie heimliche Zeugen eines für Lorenzo schrecklichen Vorfalls: In der eintretenden Nonnenprozession befindet sich seine Schwester Agnes.

Sie ist es, die den Liebesbrief aufhebt, was so gar nicht zu ihrem Keuschheitsgelübde passen will. Noch schlimmer: Es ist ausgerechnet der sittenstrenge Ambrosio, vor dem ihr der verräterische Brief aus der Hand fällt. Er liest ihn der mindestens ebenso strengen Äbtissin Agatha vor: Agnes soll noch in dieser Nacht von einem gewissen Raymondo befreit werden – und sie sei schwanger!

Ein Priester
Ein Priester in einer Kirche

Hilflos muss Lorenzo mit ansehen, wie Agnes vergeblich um Gnade und Erbarmen für ihren Sündenfall fleht. Die Äbtissin, beschämt durch den berühmtesten Moralprediger der Stadt, prophezeit ihr die strengste Strafe, die eine Nonne von Santa Clara je gesehen habe. Als alle verschwunden sind, fasst Lorenzo einen verzweifelten Entschluss: Er muss Agnes vor diesen Bestien retten, koste es, was es wolle, und dieser Raymondo sowie Christoval muss ihm dabei helfen.

Doch dieses ehrenwerte und dringende Unternehmen stößt schon bald auf unerwartete Schwierigkeiten.

In der Zwischenzeit

Ambrosio hat mittlerweile in ein berückend schönes Abbild der Jungfrau Maria verliebt. Zusammen mit dem ebenso bildschönen Novizen Rosario betet er zu ihr. Merkwürdig, dass sich Rosario weigert, die Kapuze abzunehmen und das sicherlich engelhafte Antlitz zu entblößen, das zu seinen langen blonden Haaren passt. Rosario gesteht dem Pater seine Liebe und Verehrung.

Abends in den duftenden Gärten, auf die das Kloster mit Recht stolz ist, gesellt sich Rosario zum sinnenden Abt und erzählt ihm von seiner „Schwester“. Ihr Herz sei gebrochen worden, weil sie einen Mann liebte, der sie zurückwies, weil er als Mönch ein Keuschheitsgelübde abgelegt hatte. Da wurde sie eben seine Magd und nannte sich Matilda (wörtlich „mächtige Kämpferin“, eine Heilige seit dem dt. Mittelalter).

Eine Schlange
Eine giftige grüne Schlange

Als Rosario bekennt, ein ⇒Geheimnis zu haben, verspricht Ambrosio voreilig, ihn deswegen nicht zu verdammen. Als sich Rosario als Matilda und als Frau zu erkennen gibt, schreckt Ambrosio zurück und will sein Versprechen brechen. Doch dagegen weiß Matilda ein Mittel: Sie entblößt ihre schöne Brust und setzt darauf einen spitzen Dolch, bereit, ihn sich ins Herz zu stoßen!

Beim Anblick ihres makellosen Busens packt Ambrosio die Fleischeslust. Kann er sie weiterhin verdammen und der Strafe durch die Brüder preisgeben? In dieser hochnotpeinlichen Lage verspürt er einen Schmerz im Fuß: Eine Giftschlange hat ihn gebissen. Binnen weniger Augenblicke sinkt er vor Matilda zu Boden und fällt in Bewusstlosigkeit. Der Arzt erklärt dem wieder angezogenen „Rosario“, er sei sicher, dass Ambrosio binnen drei Tagen das Zeitliche segnen werde.

Doch gegen die kalte Hand des ⇒Todes weiß Matilda/Rosario ein wirksames Mittel, das den alten Pater Pablos in Erstaunen versetzt.

Weitere Informationen

Dieses Hörspiel ist ab 14 Jahren empfohlen.

Ein Kloster wird zum Ort schrecklicher Begebenheiten. Eine Nonne gibt sich heimlich einer verbotenen Liebe hin, aber auch ein Mönch kann sich eines starken Gefühls nicht erwehren und steht davor eine große Sünde zu begehen. Er weiß, dass es falsch ist, doch er lässt sich verführen und zahlt einen sehr hohen Preis.

Eine Vorlage, die damals wie heute sehr aktuell ist. Der Mönch versucht seine Gefühle zu unterdrücken und gerät gerade dadurch in einem Zustand, der ihn den Teufel direkt in die Hände spielt. Finster ist das Hörspiel inszeniert. Leichte Sexszenen sind – wie von den Machern zuvor angekündigt – zu hören, allerdings nicht auf obszöne weise. Es wird angedeutet und für ein paar Sekunden gestöhnt, aber die Szenen verfehlen nicht ihre Wirkung.

Der Gratwandel zwischen Geschmack und „zu weit gehen“ wird gut gemeistert. Es gibt keine Schockmomente, sondern gekonnte Gänsehaut. Ein Flüstern zur richtigen Zeit sorgt für einen Schauer. Der Aufbau der Geschichte ist behutsam und langsam, was nicht jedem Hörer liegt. Der Zwiespalt und die seltsamen Vorkommnisse lassen einen gebannt vor dem Player sitzen, bis diese Folge durchgehört wurde.

Die Rollen und ihre Sprecher

Rolle Sprecher
ErzählerHasso Zorn
AmbrosioDavid Nathan
Leonella DalfaJoseline Gassen
Antonia DalfaMarie Bierstedt
Agnes de MedinaJulia Stoepel
Lorenzo de MedinaFabian O. Wien
MatildaRubina Nath
Abtissin AgathaDagmar von Kurmin
BeatriceSusanne Uhlen
Pater PablosEckart Dux
LuziferAxel Lutter
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