Mitternachtsweg: Gruseliges Hörspiel (2015)

Das Hörspiel Mitternachtsweg

In Mitternachtsweg geht es um einen geheimnisvollen Friedhof für Schiffbrüchige. Nach über hundert Jahren wird dort wieder ein Mann begraben.

Dieses ⇒Hörspiel ist 2018 nach einem Roman von Benjamin Lebert erschienen.

Und hier kommt das komplette, kostenlose Hörspiel:

Handlung von Mitternachtsweg

Am Mittsommertag des Jahres 2006, den 21. Juni, fährt ein Mercedes zu dem Grab in den Dünen von Sylt. Die Frau entsteigt dem Daimler und steht wie immer nur an diesem Grab, immer ohne Blumen. Diesmal erreicht ein Mann sie, bevor sie wieder einsteigt und wegfährt: „Endlich.“

Die Sendung

Zwei Tage zuvor in Lübeck. In der Redaktion der Lokalzeitung übergibt die Redakteurin dem alten Reporter Peter Maydell ein Päckchen. Schon wieder ein unverlangtes ⇒Manuskript von diesem Johannes Kielland? Dieser Kielland ist ein Historiker Anfang 20, den er mal in Hamburg getroffen hat, ein Grufti und Romantiker. Im Begleitschreiben steht, dies sei Kiellands letzte Sendung an Maydell. Eine Liebesgeschichte halte ihn auf. Maydell beginnt im Bett zu lesen.

Das Manuskript

In Westerland auf Sylt gibt es einen Friedhof für Heimatlose und Schiffbrüchige. Die Kreuze tragen keine Namen, nur das Datum des Fundes – seit 1855. Bis 1905 kamen 53 Kreuze hinzu. Kürzlich kam ein weiteres hinzu, das für eine Wasserleiche. Kommissar Hubert Meisner berichtet, ein Hund habe die Leiche gefunden, die einen merkwürdigen, langen Handschuh bis zum linken Ellbogen getragen habe. Der schwarze Handschuh aus merkwürdigem Stoff wurde zusammen mit der Leiche bestattet.

Gräber im Hörspiel Mitternachtsweg
Mehrere Grabkreuze

In der Zwischenzeit

Kielland erinnert sich, wie er Helma Marie Brandt im Oktober 2005 kennenlernte bzw. sie ihn. Die geborene Sylterin erzählt ihm von dem Mann, der auf Sylt zur Wasserleiche wurde. Sein Name war Martin Uhlmann, war ein Musiker und betrieb mit ihr ein Café. In dem alten ⇒Haus in der Lüneburger Heide fand Martin im Keller den unheimlichen Handschuh, der bis zum Ellbogen reicht. Ja, der brachte ihm den Tod, behauptet Helma anlässlich eines Fotos von Martin.

Wie das denn, wundert sich Johannes. Tja, binnen drei Monaten machte der Handschuh aus dem verträumten Martin einen aktiven Handwerker, der kaum aß und abweisend wurde. Er trug das Ding ständig, es machte ihn kalt, als entwickelte er eine zweite Haut. Etwas rief ihn wohl, und er verschwand – bis er als Wasserleiche vor Sylt auftauchte. Doch sein Geist kehrte zu ihr zurück und verlangte: „Sprich mich frei von der See!“

Eine Gaststube
Ein alter Gasthof

Die Suche

Johannes Kielland sucht Helma M. Brandt. Er muss ganz zum Anfang zurück: An Helmas Geburtsort Westerland auf Sylt. Irgendetwas stimmt nicht mit Helmas Angaben. Die Brandts betrieben den Gasthof Ende der 1930er Jahre, vielleicht sogar während des Krieges, als überall Bunker für die Luftwaffe gebaut wurden. Der Schuster Scharnickel aus Kaltum erinnert sich.

Der Matthias Rink-Brandt hatte 1939 eine etwa 20 Jahre alte Tochter, die hieß Helma Marie Brandt. Sie war wunderschön und alle Jungmänner wollten sie haben. Aber der alte Brandt verbarg einen Flüchtling vor den Luftwaffenangehörigen, einen Mann aus Hamburg, und ausgerechnet in den verliebte sich die Helma, hält man’s für möglich?

Die Nordsee als Mitternachtsweg
Ein Strandkorb an der Nordsee

Der Mitternachtsweg

Jedenfalls gibt es auf Sylt einen uralten Brauch: Zwei Verliebte beweisen einander ihre Zuneigung und Treue, indem sie den Mitternachtsweg beschreiten. Das machten auch Helma und ihr Freund: In der Nacht des Mittsommertages, also am 21.6. 1939, gingen sie zusammen hinaus ins Watt, als Ebbe herrschte. Normalerweise passt man auf und kehrt zurück, bevor die Tide zurückkehrt. Doch aus irgendeinem Grund schaffte es der junge Mann nicht. Nachdem seine Leiche angespült worden war, zogen die Brandts weg.

Lorenz Christiansen war einer von Helmas Verehrern und erzählt von ihr und dem Flüchtling. Nein, es war genau andersherum: Helma war es, die im Schlick steckenblieb, und dem Flüchtling gelang es, an Land zurückzukehren. Als die Flut kam, habe er sie nicht retten können. Ihre Leiche wurde nie gefunden, aber der Junge kam ins KZ, war ja klar. Und ja, es war die verliebte Helma, die dem Jungen ein Paar lange schwarze Handschuhe genäht hatte – als Andenken.

Als Johannes nach Hause zurückkehrt, wartet nicht nur seine Katze hungrig auf ihn, sondern auch ein langer schwarzer Handschuh…

Weitere Informationen

Dieses Hörspiel ist ab 14 Jahren empfohlen.

Das Besondere an dieser ⇒Geschichte ist, dass man sich erstmals einer modernen Vorlage gewidmet hat. Der dem Hörspiel zugrunde liegende Roman stammt aus dem Jahr 2014.

Beim Thema Schauerromantik bleibt man sich dagegen treu, denn nach und nach wird im Lauf des Hörspiels eine tragische Liebesgeschichte enthüllt, die die unbekannten Toten von Sylt nicht zur Ruhe kommen lässt.

Die genauen Hintergründe der Geschichte, und damit die Lösung des Rätsels um die Toten von Sylt werden langsam enthüllt und halten am Ende eine echte Überraschung bereit.

Die passende Stimmung wird wie meistens durch die starken Leistungen der Schauspieler und die dadurch entstehende Atmosphäre erreicht. Musikalisch verwendet man in diesem Hörspiel neben den gewohnt klassischen Stücken auch moderne Melodien.

Alles in allem ist so wieder ein wirklich gelungenes Hörspiel entstanden.

Die Rollen und ihre Sprecher

Rolle Sprecher(in)
Johannes Marius Clarén
Reporter im Ruhestand Eckart Dux
Tess Melanie Hinze
Käpt’n Hansen Bernd Rumpf
Frau Johannsen Herma Koehn
Sönke Matthias Lühn
Herr Nissen Reinhard Scheunemann
Frau Hansen Cathlen Gawlich
Herr Paulsen Lutz Reichert
Alte Frau Anita Lochner
Frau Jensen Sabina Trooger
Herr Feddersen Jochen Schröder
Doktor Sven Dahlem
Weiterer Mitwirkender Jens Wawrczeck
Weitere Rollen/Stimmen Lutz Mackensy
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