Der Schatten über Innsmouth: Großartiges Hörspiel ( 2018)

Bild zum Beitrag Der Schatten über Innsmouth

Der Schatten über Innsmouth erzählt aus der Sicht eines jungen Mannes, wie dieser in der alten Hafenstadt Innsmouth auf eine Hybridrasse stößt.

Dieses ⇒Hörspiel ist 2018 nach einer ⇒Geschichte von ⇒H. P. Lovecraft erschienen.

Hier kommt das komplette Hörspiel:

Handlung von Der Schatten über Innsmouth

Wie konnte es nur zu dem massiven Einsatz von Regierungstruppen im Herbst und Winter 1927/28 in dem kleinen Küstenstädtchen Innsmouth kommen? Wir hören Funkbefehle für den Zugriff in der Operation „Triton“. Ganz besonders das Hafenviertel wurde dabei praktisch dem Erdboden gleichgemacht. Doch warum galt der Angriff mit Torpedos auch dem Riff, das dem Städtchen vorgelagert ist? Die Öffentlichkeit, die mit Meldungen über Alkoholschmuggel abgespeist wurde, ließen die Regierungsbehörden über die Gründe im Dunkeln. Bis jetzt Robert Olmstead das Geheimnis um Innsmouth lüftet. Denn er war der Auslöser für den Angriff.

Es ist der 14. Juli 1927, als der gerade volljährig gewordene Amateurhistoriker Robert Olmstead in Newburyport eintrifft. Er will nach der Schule seine Mutter an der Küste von Neuengland besuchen, verfügt aber nur geringe Geldmittel. Daher beschließt er, die kürzeste Busstrecke zu fahren, um ebenso zeitig wie billig voranzukommen. Um von Newburyport nach Arkham zu gelangen, muss er über Innsmouth fahren.

Von den Einwohnern hört er allerdings warnende Gerüchte und Geschichten über Innsmouth und recherchiert in der Bibliothek. Aber erst der Besuch des Museums von Newburyport überzeugt ihn, dass an den Innsmouth-Bewohnern etwas recht Merkwürdiges und Unheimliches ist. Dort ist eine Tiara oder Priesterkrone ausgestellt, auf der Fischgötter in ein unbekanntes Metall eingraviert sind. Die Innsmouth beherrschende Familie der Marshs wolle diese Krone zurückhaben, seit sie vor über 50 Jahren von einem betrunkenen Seemann versetzt wurde, erzählt die Museumsführerin Anna Tilton. Olmstead läuft ein Schauder über den Rücken.

Ein Bus
Ein Bus bei Nacht

Der Busfahrer Joe Sargent ist eine seltsame Gestalt: Mit einem watschelnden Gang, vorstehenden Augen, einer Hautkrankheit und sonderbaren Falten an den Halsseiten erinnert er an eine Kreuzung aus Fisch und Frosch. Und Joe Sargents Hände sind nicht etwa rosa, sondern blaugrau. Sein Geruch ist abstoßend. Es gibt nur drei Fahrgäste außer Olmstead, und alle sehen aus wie Sargent. In Innsmouth selbst, das am Fluss Manuxett liegt, fährt Olmstead an der Kirche des Dagon vorbei, in der der Priester eine Tiara trägt. Christliche Kirchen kann der Besucher nicht entdecken.

Olmstead steigt im einzigen ⇒Hotel ab, dem Gilman-House, denn der nächste Bus fährt erst am Abend nach Arkham. Ein freundlicher Lebensmittelhändler, der aus Arkham stammt, zeichnet ihm eine Straßenkarte, warnt ihn aber vor dem Armenviertel, wo in vielen Häusern, obwohl sie verschlossen sind, merkwürdige Geräusche erklingen. Zum Glück ist weder Walpurgisnacht  noch Halloween, denn diese Tage sind für die Leute aus Innsmouth hohe, heidnische Festtage. Als Historiker ist Olmsteads Neugier geweckt.

Gott Dagon
Der Fischgott Dagon

In den Straßen sind weder Katzen noch Hunde zu sehen, die wenigen Kinder sehen ebenfalls fischfroschartig aus, die Kirchen sind leer und verfallen, vom Hafen weht ständig Fischgeruch herüber, denn die Fischgründe sind außergewöhnlich reich, und fremde Fischer werden ferngehalten. Am Horizont ist das sogenannte Teufelsriff zu sehen, in dem eine ⇒Höhle fremde Kreaturen beherbergen soll, die aus der Tiefe hinter dem Riff stammen.

Genau das erzählt ihm auch der fast neunzig Jahre alte Säufer Zadok Allen, den Olmstead, gewitzt durch Tipps des Krämers, endlich mit Whisky zum Reden bringt. Er bestätigt Olmesteads Verdacht, dass in Innsmouth ein fremder Gott sein Reich errichtet hat. Allens unglaubliche Story geht wie folgt.

Der alte Obed Marsh habe nach dem Krieg von 1812 die Südsee befahren, wo er die Kannibalen besuchte, die dem Fischgott Dagon Menschen opferten, um dafür reichen Fischfang und Gold zu erhalten. Marsh sei mit den Göttern einen Pakt eingegangen und habe, nachdem die Insulaner von ihren Nachbarn ausgerottet worden waren, den Kult, ebenso wie eine Braut nach Innsmouth gebracht. Mit dieser Braut zeugte er mehrere Kinder, von denen nur eine Tochter, Alice, normal aussah. Diese schickte er nach Europa zur Ausbildung.

Das Amphibienvolk, das auf dem Teufelsriff lebte, habe sich mit der Zeit mit den ihm geopferten Menschen vermischt und schließlich die Hybridrasse hervorgebracht. Zuerst würden diese Menschen ganz normal aussehen, aber nach einer Weile zu Wesen mit Fisch- und Froschmerkmalen mutieren. Denn in dieser Form seien sie potenziell unsterblich.

Eine Höhle
Eine dunkle Höhle

Einmal hätten Zadok Allen und diverse andere Rebellen diesen Kult verraten und die Menschenopfer seien ausgeblieben. Doch 1846 sei dann nicht etwa die Pest ausgebrochen, wie man im Umland glaubte, sondern die Rache des Fischvolks sei über Innsmouth gekommen. Es sei furchtbar gewesen. Große Monster, die Shoggothen, hätten alle Gegner niedergemacht. Seitdem halte er, Allen, die Klappe. Aber er habe den dritten Eid auf Cthulhu nie geschworen, beteuert er – und verschwindet angstvoll.

Allerdings hat man Olmstead mit Allen gesehen. Als es Abend wird, steht kein Bus für ihn bereit, obwohl das Vehikel gerade Passagiere aus Newburyport transportiert hat. Man gibt ihm ein anderes ⇒Zimmer. In der Nacht versuchen Unbekannte, in den Raum einzudringen, doch ahnungsvoll hat er Vorkehrungen dafür getroffen. Doch als etwas Schweres die Treppe hochkommt, verlässt er das Haus durchs Fenster und flieht über die nächtlichen, mondhellen Dächer und Straßen.

Grauenerregende Szenen der Verfolgung durch einen fisch- und froschartigen Mob, mit Tiara tragenden Priestern in der Mitte und Monstern rechts und links, erschrecken Olmstead und zwingen ihn, einen anderen Fluchtweg zu suchen. Da alle Ausfallstraßen blockiert sind, bleiben nur die verlassenen Bahngleise, die nach Rowley führen. Doch wird man ihn entdecken?

Alte Bahngleise
Verlassene Bahngleise

Ein Jahr später, nach dem Truppeneinsatz, studiert Olmstead wieder am College. Er erhält den ersten Hinweis, dass seine eigene Ahnenreihe eine Gefahr darstellen könnte. Der Familienschmuck seiner Urgroßmutter, einer Marsh-Tochter, enthält eine Tiara mit Fischwesenmotiven, Armreife und einen abnorm gestalteten Brustschmuck. Er fällt in Ohnmacht.

Zwei Jahre später, im Winter 30/31, beginnen die ⇒Träume von einem Volk aus der Tiefe. Sie rufen ihn, locken ihn. Denn sie brauchen ihn. Und warum dem Ruf nicht folgen? Schließlich wartet ewiges Leben auf ihn.

Weitere Informationen

Dieses Hörspiel ist ab 16 Jahren empfohlen.

Wieder einmal muss man den Machern gratulieren, die aus dieser Geschichte ein atmosphärisches Hörspiel gemacht haben. Das ist zwar durch viele Monologe und Erzählpassagen gekennzeichnet, denn Robert schildert als Ich-Erzähler oft lediglich seine Beobachtungen und sammelt mit jeder Begegnung neue Geschichten, die ihm seine Zufallsbekanntschaften erzählen, hört sich aber dank der stets stimmigen Geräuschkulisse und Musikuntermalung immer auch nach Hörspiel an. Und in den unheimlichen Szenen wird es dann auch wirklich unheimlich.

Die Rollen und ihre Sprecher

Rolle  Sprecher
Robert Olmstead (Erzähler) Louis Friedemann Thiele
Zadok Allen Gerhard Garbers
Joe Sargent (Busfahrer) Uli Krohm
Barnabas Marsh Friedhelm Ptok
Mr. Casey Axel Lutter
Miss Tilton Hasso Zorn
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