Das unheimliche Puppenhaus: Packendes Gruselkabinett 145

Das unheimliche Puppenhaus, Grusel-Hörspiel
Das unheimliche Puppenhaus, Grusel-Hörspiel

Zur Geisterstunde spielt sich im Inneren eines Puppenhauses Schauerliches ab, das auf einem Dreifachmord aus der Vergangenheit basiert.

Und hier kommt das kostenlose Hörspiel, angenehmes Gruseln:

Dieses ⇒Hörspiel ist 2019 nach einer ⇒Geschichte von Montague Rhodes James in der ⇒Gruselkabinett – Reihe erschienen.

Das unheimliche Puppenhaus: Die Handlung

London 1895. Mr. Dillet hat sich mal wieder im Antiquitätenladen von Mr. Chittenden umgesehen. Sofort fielen die neugierigen Blicke des Sammlers auf das große Puppenhaus, dessen Vorzüge nun Chittenden herausstreicht. Der Detailreichtum und die handwerkliche Verarbeitung suchen in der Tat ihresgleichen.

Als der Händler nur 75 Pfund für dieses Schmuckstück verlangt, kann Dillet sein Glück kaum fassen, aber die Ehre verlangt, den Mann runterzuhandeln. Bei schlappen 63 Pfund werden sie sich handelseinig. Kaum ist das gute Stück sorgfältig verpackt, lässt Dillet es nach ⇒Hause transportieren. Er ahnt nicht, dass das Ehepaar Chittenden froh ist, das „grässliche Ding“ endlich loszuwerden.

Ein dunkles Schlafzimmer
Ein elegantes Schlafzimmer bei Dunkelheit

Inventar

Sein Butler Collins hat die zweifelhafte Ehre, das Monstrum in den ersten Stock zu schleppen, um es im geräumigen Schlafzimmer aufzustellen und mit allem Zubehör aufzubauen. Was wird wohl die Dame des Hauses dazu sagen, fragt sich Dillet ungeduldig. Als sie endlich eintritt, bemerkt sie das Puppenhaus sofort. Es erinnert sie an das Anwesen „Strawberry Hill“ eines gewissen Horace Walpole. Eindeutig 18. Jahrhundert. Zusammen bewundern sie die ungewöhnlich detailreichen Einrichtungsgegenstände – es gibt sogar Ersatzgardinen in einer Schublade – und die vielen Figuren.

Also, da sind der Hausherr und seine Dame, die gerade zu Abend speisen, umschwärmt von Butler, Zofe, Köchin usw. Während im Stallgebäude drei Bedienstete stehen, befinden sich Obergeschoss zwei ⇒Kinder mit ihrem Kindermädchen. Sind das jetzt alle, fragt sich Dillet. Nein, meint seine Dame, da oben im ⇒Bett liegt noch ein Greis, der eine Nachtmütze auf dem Kopf trägt. Full House, könnte man zusammenfassen. Die Dillets gehen selbst zum Abendessen.

Eine Treppe in einem großen Haus
Eine schwach beleuchtete Treppe

Mitternachtsspuk

Eine Glocke schlägt zur ⇒Mitternacht. Sie weckt Mrs. Dillet aus ihrem Schlummer. Der Glockenschlag ist insofern ungewohnt, weil sie weit und breit keine Glocke hängen haben, nicht mal in einer Standuhr. Sie weckt ihren Göttergatten, und zusammen wundern sie sich, woher zum Geier dieses Geräusch kommt. Ein geisterhafter Schein weist ihnen den ⇒Weg zum neuen Puppenhaus. Es ist in das Mondlicht eines Septembermonats gehüllt – doch der Mond scheint heute gar nicht. Das Puppenhaus scheint eine ⇒Welt für sich zu sein.

Doch, halt! Hat sich da nicht etwas bewegt? In der Tat: Es sind die beiden Eltern, die gerade ihr Abendessen beenden und sich mit verschwörerischem Blick umsehen – die ⇒Luft ist rein. Er übergibt ihr eine Phiole und schüttelt die Faust gegen das Obergeschoss, wo der Greis unruhig schläft. Atemlos verfolgen Mr. und Mrs. Dillet, wo die Hausherrin ihren Vater oder Schwiegervater mit dem Zeug aus der Phiole vergiftet. Und als ein Notar eintrifft und den Greis tot vorfindet, zieht er unverrichteter Dinge wieder ab: Dieses Testament wird wohl nicht mehr geändert.

Eine kleine Kapelle
Blick in eine Kapelle

Doch nicht genug damit: Der in einen Sarg gelegte und in der winzigen Kapelle aufgebahrte Sarg öffnet sich und ein ⇒Leichnam entsteigt ihm. Zwei weitere Morde folgen. Zwei weitere Särge werden davongetragen. Die Glocke schlägt ein ⇒Uhr, der ⇒Spuk ist zu Ende. Mrs. Dillet ist einer Ohnmacht nahe und verlangt nach einem doppelten Scotch. Von dem Whisky genehmigt sich auch ihr Mann einen guten Schluck. Eines ist klar: „Das ⇒Ding muss verschwinden!“, wie Mrs. Dillet verlangt. Ihr Mann beschließt, mit Mr. Chittenden ein ernstes Wörtchen zu reden.

Doch ihn hat auch die Neugier gepackt. Womöglich gibt es für das Puppenhaus ein reales Vorbild aus dem 18. Jahrhundert?! Wer waren die beiden Giftmörder, wer der wiederauferstandene ⇒Geist? Mrs. Dillet schließt sich der Ermittlung an, denn ihr detektivischer Spürsinn wittert Unheil…

(Quelle: Buchwurm)

Weitere Informationen

Dieses Hörspiel ist ab 14 Jahren empfohlen.

Wie so oft beginnt M. R. James erst einmal mit einer ruhigen Szene, in der das Ambiente der Zeit zum Leben erweckt wird. Natürlich weiß der Zuhörer schon, dass es Etwas mit dem begehrten Puppenhaus auf sich hat und wird in dieser Hinsicht auch nicht enttäuscht, aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Denn das Ehepaar Dillet gehört nicht zu den Menschen, die sich von dem Spuk ins Bockshorn jagen lässt, haben sie doch die Zeit und die Mittel, dem was sie gesehen und erlebt haben, nachzugehen und die Wahrheit über das Haus herauszubekommen. Und das tun sie mit zunehmender Leidenschaft.

Gerade die Sprecher schaffen es, den Zuhörer in den Bann zu schlagen und zu begeistern, helfen dabei, sich das Puppenhaus und seinen Inhalt vorzustellen, genauso wie auch den ⇒Schrecken, den der nächtliche Spuk mit sich bringt.

Bilder sagen mehr als Worte – und hier darf sich die Phantasie sehr viel selbst ausmalen, was dazu führt, dass man der Geschichte von Anfang bis Ende gespannt lauscht und sich am Ende auch darüber freut, dass die beiden Protagonisten endlich Antworten erhalten, gerade weil sie aktiv in das Geschehen eingreifen und nicht immer nur reagieren.

Die Rollen und ihre Sprecher

Rolle Sprecher/in
Mr. Dillet Matthias Lühn
Mrs. Dillet Sigrid Burkholder
Mr. Chittenden Bodo Primus
Mrs. Chittenden Dagmar von Kurmin
Butler Collins Jacques Breuer
Archivar Thomas Balou Martin
Kutscher Marc Gruppe

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