Abenteuer eines Geistersehers: Aufregendes Hörspiel (2011)

Die Abenteuer eines Geistersehers
Die Abenteuer eines Geistersehers

Der Geisterseher Aylmer Vance und sein treuer Freund Dexter sind so etwas wie das Detektivgespann Holmes und Watson für das Übersinnliche.

Und hier kommt die Doppelfolge des Hörspiels:

Dieses ⇒Hörspiel ist 2011 nach einer ⇒Geschichte von Alice und Claude Askew in der ⇒Gruselkabinett – Reihe erschienen.

Abenteuer eines Geistersehers: Die Handlung

In einem netten Küstenort an der englischen Südostküste lernt der Londoner Prozessanwalt Dexter den ungewöhnlichen Gentleman Aylmer Vance kennen. Sein Interesse richtet sich besonders auf die übersinnlichen Phänomene, mit denen sich Vance derart intensiv beschäftigt, dass manche Leute ihn bereits „Geisterseher“ nennen.

Dexter selbst beschäftigt sich intensiv mit dem Thema und fragt Vance, ob er Betrüger und echte Medien kennengelernt habe. Vance bejaht beides. Er habe Betrüger entlarvt, aber auch vor sechs Jahren einen höchst tragischen Fall von Besessenheit kennengelernt…

Die Hohepriesterin

Das Ehepaar Sinclair gehört zu Vances besten Freunden, denn George war sein Studienfreund – und seine junge Frau Annie ist das liebreizendste Wesen, das er sich nur vorstellen kann. Deshalb wirft Georges Interesse an archäologischen Funden mit übersinnlichem Wert einen kleinen ⇒Schatten des Zweifels auf Vance. Und die Ehe selbst wird von dem vier Jahre ausbleibenden Nachwuchs unterminiert.

Als George in einer alten keltischen Kultstätte gräbt und zwei Armreifen aus Gold findet, ist er begeistert. Sogleich fragt er ein Medium, wer diese Reife wohl getragen hat. Die alte Frau versetzt sich in Trance und ist entsetzt: Sie gehörten einer blinden Priesterin und Prinzessin, die so bösartig war, dass eine Liebesaffäre einen tödlichen Ausgang hatte. Ihr Liebhaber brachte sie um, um sich von ihrem Bann zu befreien. Doch ihre Seele sei keineswegs verschwunden, sondern in einem Zwischenreich gefangen.

Das Medium rät George dringend dazu, die Armreife zu vergraben, und macht Annie damit Angst. Doch George denkt gar nicht daran. Er will Annie in Trance versetzen und mit ihr den Geist der Hohepriesterin zurück ins Leben rufen. Aus Liebe erklärt sich Annie dazu bereit. Als Vance mal wieder zu Besuch ist, erfährt er von den Séancen und wird Zeuge der fremden Stimme, die aus Annies Mund erklingt: Die Hohepriesterin sagt, sie will endlich wieder leben – und lieben. Und wenn wolle sie lieben, fragt George. Ihn, antwortet sie.

Das Unheil nimmt seinen Lauf…

Ein Landsitz
Ein alter Landsitz

Die Ziehtochter

Dexter ist vom grausigen Ende der beiden Sinclairs tief erschüttert. Doch seine Neugier ist nach wie vor ungestillt. Vance erzählt als Nächstes die Geschichte seiner Ziehtochter Daphne Darryl. Nachdem sie ihre Eltern verloren hatte, wurde er zu Daphnes Vormund bestellt. Aber weil er erst 19 Jahre alt war, gab er sie bei seiner Tante Jane in kompetente Obhut, während er studierte und danach seinen Geschäften nachging.

Bei Besuchen auf dem Landsitz verfolgte er, wie Daphne als ein richtiges Kind der Natur aufwuchs. Tante Jane gab es bald auf, dem Wildfang Zügel anlegen zu wollen. Sie konnte nichts dagegen tun, dass Daphne selbst noch als junge Dame ohne Schuhe, ohne Hut und – man stelle sich vor! – ohne Korsett in den ⇒Wald ging, um dort ihren Spielen nachzugehen. Kurzum: Daphne wurde zu dem, was Vance an eine klassische Nymphe der antiken Sagen erinnerte.

Als sie neun Jahre alt war, verriet sie ihm ein ⇒Geheimnis, dass sie nämlich einen Spielgefährten habe. Oho! Onkel Vance spitzt die Ohren. Ja, und zwar handle es sich um einen strahlend schönen Jüngling, mit dem sie Verstecken spiele. Und er komme immer aus dem Himmel … „Ein eingebildeter Spielkamerad“, findet Dexter. Nicht ganz, entgegnet Vance. Denn Daphne erkannte ihren Spielkameraden in einer Statue des Gottes Apoll wieder. Vance musste ihr eine Kopie davon anfertigen, die sie in ihrem Kinderzimmer aufstellen konnte.

Das konnte natürlich nicht ewig so weitergehen, denn selbst Nymphen werden eines Tages heiratsfähig. Als Daphne sechzehn Jahre alt wird, wählt sie einen Verlobten aus gutem Hause, der Vances Zustimmung findet. Er und Tante Jane beten, dass die Ehe ihrem Wildfang endlich die Flausen austreiben werde. Doch es kommt alles ganz anders.

Daphne bittet ihren Onkel brieflich, sofort zu kommen. Als er auf dem Landsitz eintrifft, scheint zunächst alles in Ordnung zu sein. Sie spielt Tennis mit Tony, ihrem Verlobten. Vance ist beunruhigt, als Daphne ihn beiseite nimmt und ihm verrät, dass sie ihren „Spielkameraden“ immer noch im Wald treffe. Sie liebe ihn so sehr, dass sie ihn möglichst bald küssen wolle. Vance wird bleich, denn wie kann sie den bedauernswerten Tony derart betrügen?! Er weist sie an, den Gott zu vergessen und nie mehr in den Wald zu gehen.

Doch Daphne hält sich nicht an sein Gebot. Am Abend vor der Hochzeit besucht Vance sie erneut, denn selbstverständlich soll er sie vor den Traualtar geleiten. Doch Daphne ist verzweifelt. Ihre wahre Liebe gehöre nur dem Gott aus dem Wald und sie würde alles verlieren, wenn sie Tony in sein ⇒Haus folge. Vance hält ihr vor, dass auch Tonys Liebe zu ihr aufrichtig und tief sei. Ihre Ablehnung sei ungerecht.

Ein Gewitter kommt auf, doch statt wie alle anderen im Haus Schutz zu suchen, eilt Daphne in den Wald. Mit einem unguten Gefühl folgt ihr Vance. Seine schlimmsten Befürchtungen werden jedoch übertroffen. Denn der Gott erscheint tatsächlich…

Eine Maske
Eine Maske für einen Maskenball

Lady Green-Sleeves

Wie schon zuvor angekündigt, will Aylmer Vance seinem Freund Dexter, dem Londoner Prozessanwalt, die Geschichte seiner Begegnung mit Lady Green-Sleeves erzählen. Sein Freund Mike hatte ihn zu einem Maskenball auf dem Lande eingeladen. Doch Aylmer hasst Tanzen und ist schlechter Laune. Bis er Lady Green-Sleeves auf dem Ball erblickt. Sie trägt ihrem Namen entsprechend ein schlichtes grünes Kleid altertümlichen Schnitts. Sein herz beginnt zu klopfen.

Er bittet Mike, ihn der Dame vorzustellen, doch Mike sieht sie nicht. Aylmer muss sie genau beschreiben, vor allem ihr grünes Kleid aus der georgianischen Epoche. Auch ein zweites Erspähen der Dame führt nicht zum erwünschten Ergebnis – sie scheint wie vom Erdboden verschluckt. Mike und Aylmer wenden sich an Mrs Latham, die Gastgeberin. Ob sie wohl die Dame in Grün kenne?

Aylmer erspäht sie und ruft und zeigt, dass Mrs Latham nicht umhin kann, sie ebenfalls zu erblicken. Sie ist verblüfft, denn die Lady ähnelt haargenau einem ihrer Ahnenbilder in der Galerie. Sie wühlen sich durchs Gedränge, doch als sie an der Stelle ankommen, ist sie geflüchtet. Höchst merkwürdig. Mrs Latham tröstet ihn, doch Aylmer lässt den Kopf hängen.

Bis sie plötzlich wie aus dem Boden gewachsen vor ihm steht und ihn in eleganter Redeweise in den Salon einlädt. Sie habe früher hier gelebt. Noch sei Zeit bis ⇒Mitternacht. Obwohl ihm ihre Worte Rätsel aufgeben, lässt sich Vance nicht zweimal bitten. Denn die hundertfünfzig Jahre, die seit ihren Lebzeiten vergangen sind, sieht man Lady Anne Latham wahrlich nicht an.

Ein Waldbrand
Ein brennender Wald

Der Feuergeist

Am Abend gibt Vance seinem Freund Dexter eine Kladde, bevor er geht. Die Kladde enthält, wie sich herausstellt, eine Sammlung Gedichte von außerordentlicher ästhetischer Wirkung. Denn obwohl es eine kühle Vollmondnacht ist, fühlt der im Bett liegende Dexter, wie sich eine ungewöhnliche Hitze in und um ihn ausbreitet, die eine lähmende Wirkung hat.

So ist ihm, als blicke er in einen anderen Raum, der nur von einer alten Petroleumlampe erhellt wird. Ein altes Bett, eine Standuhr und ein Schreibtisch sind zu sehen. Es ist heiß, doch die junge Frau schreibt emsig weiter, und als Dexter genauer hinschaut, erkennt er, dass ihre Hand geführt wird. Als sie fertig ist, ruft sie einen Namen und ein großer Mann erscheint aus dem Nichts. Als sie einander liebend umarmen, scheinen Flammen sie zu umzüngeln, und die Hitze breitet sich aus. Sie gehen durch den Beobachter hindurch aus dem ⇒Zimmer.

Als Dexter erwacht, bemerkt er erst den Sonnenbrand auf seinem Arm und dann, bei einem Blick aus dem Hotelfenster, einen Waldbrand rund 20 Meilen entfernt. Beim Frühstück gibt er Vance die Gedichte zurück. Der Autor sei, so Vance, keineswegs eine Frau, wie Dexter aufgrund seiner Beobachtung annimmt, sondern ein Mann: Ewan Trail starb vor ein paar Monaten. Dexter sei ein Medium habe zu ihm telepathischen Kontakt gehabt. Vance schlägt einen Ausflug vor. Als Dexter den Waldbrand erwähnt, treibt er jedoch zur Eile.

Auf der Fahrt in seinem Automobil erzählt Vance, dass ein Mr Tyrrell ihn nach Cheswood Lodge eingeladen habe, weil es dort merkwürdigen Begebenheiten auf den Grund zu gehen gelte. Die Tyrrells hätten das Haus der Trails gekauft und Leila Trail nach dem Tode Ewans bei sich als Gouvernante der Kinder aufgenommen. Sie war ebenso wie ihr Mann bankrott und hoch verschuldet, so dass ihr nur der Verkauf des Hauses übrigblieb.

Er hatte sein Vermögen bei einer Spekulation verloren, und seine Gedichtbände wollte kein Verleger auch nur anfassen. Er galt als verrückt. Schließlich erschoss er sich, um seiner geliebten Frau weiteres Unglück zu ersparen. In einem Pavillon des Parks.

Mr Tyrrell, der gerade etwas ramponiert vom Löschen aus dem Wald kommt, erzählt seinen beiden Besuchern von den mysteriösen Bränden. Völlig ohne Grund und Vorwarnung flammen sie im Haus auf, aber noch öfter im Wald, wo die Dorfbewohner Feuerkugeln gesehen haben wollen. Das Rätselhafteste seien jedoch die Papierschnipsel mit Gedichtzeilen darauf, die angesengt gefunden worden seien.

Diese Schnipsel bringen Vance auf die rettende Idee, wie er dem Spuk ein Ende bereiten könnte …

(Quelle: Buchwurm)

Eine Feuerkugel
Eine seltsame Feuerkugel im Wald

Weitere Informationen

Dieses Hörspiel ist ab 14 Jahren empfohlen.

Eine wundervolle Besetzung ist wieder im Einsatz. Die Nebenrollen begeistern durch die mit viel Liebe gespielten Damen, die von Sprecherinnen wie Marie Bierstedt und Uschi Hugo gesprochen werden.

Wer auf der Suche nach spannenden Gruselgeschichten mit Niveau ist, der muss nicht weitersuchen.

Die Rollen und ihre Sprecher

Rolle Sprecher/in
Aylmer Vance Hans-Georg Panczak
Dexter Ekkehardt Belle
Beryl Antje von der Ahe
Annie Sinclair Sabine Arnhold
George Sinclair Matti Klemm
Medium Monika Barth
Daphne Darrell Luisa Wietzorek
Mike Johannes Berenz
Lady Green-Sleeves Marie Bierstedt
Leila Trail Uschi Hugo
Ewan Trail Jan Panczak
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