
In Ewige Jugend lernt ein junger Mann im Jahre 1611 die höchst attraktive Gräfin Báthory kennen, der man eine grausame Ader nachsagt.
Dieses ⇒Hörspiel ist 2016 nach einer ⇒Geschichte von Leopold Ritter von Sacher-Masoch erschienen.
Hier kommt das komplette Hörspiel:
Handlung von Ewige Jugend
An einem Wintermorgen des Jahres 1611 unterhalten sich in Wien drei österreichisch-ungarische Offiziere über die Ankunft der Gräfin Elisabeth Báthory, verwitwete Nádasdy. Sie soll besonders schön sein. Davon können sie sich bei einer Messe im Stephansdom selbst überzeugen. Ganz in schwarzen Samt gewandet blickt sie gebieterisch, rätselhaft und ein klein wenig berechnend in die Augen eines der Soldaten. Über ihr wahres Alter gehen die Meinungen auseinander: Sie müsse mindestens fünfzig sein, sehe aber aus wie höchstens dreißig. Am Ausgang würdigt sie sie sogar gnädig eines kleinen Nickens. Die Soldaten sind hingerissen. Das unverschämte Gerücht, sie bade in Menschenblut, verweisen sie ins Reich der Ammenmärchen.
Als der ungarische Soldat Emmerich Kemen von seinem deutschen Kameraden bei der Dame vorgestellt wird, verliert er sich sogleich in ihren blauen Augen. Sie gewährt ihm die Gunst, sie täglich besuchen zu dürfen. So wird er unfreiwillig Zeuge ihrer Grausamkeit. Als sich ein Zimmermädchen beim Haare kämmen ungeschickt anstellt, droht sie ihm mit der Peitsche. Doch sie will gnädig sein – und schiebt dem Mädchen nur eine Nadel unter den Fingernagel. Emmerich ist erschüttert – und bewundert sie zugleich. Als er seine Unschuld gesteht, lädt sie ihn auf ihre Burg in Ungarn ein.

Frühjahr 1612
Als sich Emmerich im folgenden Frühjahr Burg Schlechtitz nähert, stößt er auf einen Trupp Bewaffneter, die eine Sänfte begleiten. Der Hauptmann stellt sich als Koloman von Perosies vor und stellt Emmerich der Dame in der Sänfte vor, seiner Schwester Isabella. Sie soll bei der Gräfin eine Ausbildung in damenhaften Künsten erhalten. Die Burg ist quasi eine Schule für höhere Töchter, ein Vorbild in guten Sitten. Aber wozu dann der Geleitschutz, wundert sich Emmerich. Koloman berichtet, er habe von einem Giftmord am Gatten der Gräfin gehört. Auch verschwänden ihre Mädchen eine nach der anderen spurlos. Erschüttert schwört Emmerich Isabella, sie mit seinem Leben zu schützen.
Als die Gesellschaft auf der Burg eintrifft, wird dort gerade ein Mann vom Henker ausgepeitscht. Die Gräfin schaut wohlgefällig zu. Am nächsten Abend findet ein Willkommensfest statt, zu dem der Adel der Nachbarschaft geladen ist. Emmerich lernt die schöne Jungfrau Gisela Kery kennen, die ihm einen Tanz schenkt. Sie verlieben sich ineinander. Eifersüchtig bemerkt dies die Gräfin. Gisela warnt Emmerich vor ihr, denn die Gräfin sei ein ⇒Dämon des ⇒Bösen. Hin und hergerissen zwischen den beiden Damen bereiten Emmerich üble Träume schlaflose Nächte.

Vollmondnacht
Nach einer schrecklich blutigen und grausamen Jagdpartie warnt Gisela ihren Liebsten vor der kommenden Vollmondnacht. Dann werde wieder eine der Jungfrauen der Gräfin verschwinden. Nachts hört Emmerich aus dem alten Teil der Burg einen entsetzlichen Schrei, und er bangt um Giselas Leben. Am nächsten Tag ist Gisela verschwunden. Erstmals zeigt sich die Gräfin gegenüber Emmerich ungnädig: Sie klagt ihn des Diebstahls an. Doch das kann Emmerichs Liebe zur Gräfin nicht erschüttern – aus Liebe wird Wahnsinn. Weitere Mädchen verschwinden.
Als ein fremder Mann auf der Burg auftaucht, der aussieht wie ein gefallener Engel, belauscht Emmerich ihn und die Gräfin. Sie klagt, dass es keine Mädchen mehr gebe, die sie opfern könne. Er entgegnet, es gebe ja noch Emmerich, den unschuldigen, verliebten Emmerich.

Am nächsten Tag taucht ein Bettler auf der Burg auf: Isabella von Perosies gibt er sich als ihr Bruder zu erkennen. Und er will sie aus der Burg holen. Aber kommt er noch rechtzeitig?
Weitere Informationen
Dieses Hörspiel ist ab 14 Jahren empfohlen.
Patrick Beahr ist in der Rolle des Emmerich Kemen eine sehr gute Wahl und spricht den jungen Mann mit Leidenschaft und Energie, der anfangs unschuldige Gentleman lässt sich immer tiefer in die düstere Welt hineinziehen und kann dies auch mit seiner Stimme gekonnt ausdrücken. Arianne Borbach ist hier als Elisabeth Báthory zu hören, es ist erschreckend, wie kalt und abgeklärt sie ihre Stimme klingen lassen kann, damit sorgt sie für eine sehr unheimliche und eingängige Atmosphäre. Maximiliane Häcke hat als Isabella ebenfalls einen gelungenen Auftritt und kann diesen eindringlich umsetzen. Weitere Sprecher sind Joachim Tennstedt, Daniele Bette und Peter Weis.
Der Reiz ergibt sich aus der düsteren Faszination, die von der Grausamkeit der Gräfin ausgeht. Das wird in ruhigen, ausführlichen Szenen erzählt und spart nicht an Details, und auch der Hörer kann sich dem kaum entziehen und ist erschrocken, abgestoßen und gebannt zugleich. Die wie immer exzellente Umsetzung sorgt für die typische, eindringliche Stimmung und rundet die unterhaltsame Geschichte gekonnt ab.
Die Rollen und ihre Sprecher
| Erzähler |
Peter Weis
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| Emmerich Kemen |
Patrick Baehr
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| Massei |
Patrick Bach
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| Starhemberg |
Dirk Petrick
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| Czernin |
Roman Wolko
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| Elisabeth Nádasdy |
Arianne Borbach
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| Zofe |
Daniela Bette-Koch
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| Koloman von Perusies |
Sascha von Zambelly
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| Isabella von Perusies |
Maximiliane Häcke
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| Henker |
Joachim Tennstedt
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| Delinquent |
Johannes Bade
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| Stallbursche |
Marcel Barion
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| Gisela Kery |
Kristine Walther
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| Ipolkar |
Axel Lutter
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| Arwa |
Marianne Mosa
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| Palatin |
Detlef Bierstedt
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| Soldaten |
Johannes Bade
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Marcel Barion
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Kai Naumann
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