Die rote Spur des Mörders: Großartige Geschichte (4 Kapitel)

Blutige Spur im Schnee

Du liegst schwer verletzt im Schnee, überall ist Blut, und neben dir liegt deine ermordete Freundin. Die Spur des Mörders ist deutlich zu erkennen.

Die rote Spur des Mörders Kapitel 1

Die ⇒Geschichte begann, als ich zu mir kam.

Es war kalt.

Ich lag im Schnee.

Erst jetzt sah ich das Blut.

Ich spie aus.

Mein Mund war voll von zäher, warmer geleeartiger Flüssigkeit.

Mir war schwindelig, alles drehte sich.

Ich konnte nichts sehen. Nur das gleißende Weiß des Schnees

Und leuchtendes Rot, wenn ich die Augen schloss.

Schwarze Flecken im Weiß, wenn ich sie wieder öffnete.

Die schwarzen Punkte nahmen ab und ich erkannte Formen.

Mein Rücken, meine Hände schmerzten. Blut auf meinen Fingern.

Dort lag Johanna.

War sie tot?

Ihre weit aufgerissenen Augen starrten mich kalt an.

Rotes Blut auf weißem Schnee.

Blut auf ihrem Kopf.

Gekrümmt lag sie da, lag auf dem Boden.

Ein Fragezeichen
Ein Fragezeichen im Schnee

Kapitel 2

Ich versuchte, mich zu erinnern.

Eine schwarze Leerstelle. 

Was war geschehen? 

Wurden wir überfallen? Aber von wem?

Jetzt, ein zarter Erinnerungsfaden. 

Ich sah zwei Personen.

Johanna und ich spazieren im schneebedeckten ⇒Wald.

Aber dann. Was passierte dann?

Das Pochen meines Herzschlags hämmerte dröhnend in meinem Kopf. 

Angst, Panik, Nacht. Wieder Panik 

Fühlt es sich so an, wenn man den Verstand verliert?

Gedanken wie wildgewordene Furien, kreisen um den einen, suchen Halt, greifen wie Untergehende nach rettender Vernunft.

Angestrengte Versuche, mich zu erinnern.

Nichts, nichts, nichts.

Ich suchte nach einem Hinweis im Schnee.

Erst jetzt sah ich die Spuren.

Schmutzig rote Spuren im Schnee.

Sie führten weg von Johannas kaltem Körper, tiefer in den Wald hinein.

Die Spur des flüchtenden ⇒Mörders.

Stöhnend stand ich auf.

Alles tat weh. 

Jemand hatte mich geschlagen. 

Ein verschneiter Wald
Ein Wald im Schnee

Kapitel 3

Ich folgte der Spur, begann zu laufen.

Die Schockstarre löste sich.

Das Entsetzen wich dem Durst nach Rache.

Ich wurde zum Jäger.

Wen auch immer ich am Ende der Spur fand, ich würde ihn töten.

Ich lief, drehte mich nicht um. 

Schritt für Schritt durch den Schnee, der Spur des Mörders hinterher.

Alles in mir schrie. 

Ich lief und keuchte, trieb den wunden Körper an, noch schneller zu laufen.

Als könnte das Laufen die Wunden in mir lindern.

Johanna war tot.

Ich lief humpelnd der Spur hinterher.

Stechende Beine, als steckten sie auf Dolchen. Kaum mehr zu gebrauchen.

Ich würgte und schluchzte, spuckte Blut auf das Weiß und lief weiter.

Die Spuren waren noch frisch.

Viel Vorsprung konnte er nicht haben.

Ich folgte den Spuren, durch die Bäume hindurch, hinauf und hinab, durch dichtes Gestrüpp.

Dort ein fester Weg, dann über den Bach.

„Johanna ist tot!“

Ich schrie in den Nebel, ich brüllte es hinaus. Sollte er mich doch hören!

Ich trat gegen Bäume, fiel in den Schnee, mir war so kalt.

Ein Wegkreuz. 

Ich blieb stehen und las den Namen.

Sie hieß nicht Johanna.

Ein Mädchen, genauso alt wie Johanna. Gestorben hier im Wald. Ich erbrach mich. Spuckte rotes Blut durch den Schnee.

Ein Kreuz
Ein Kreuz in einer verschneiten Landschaft

Kapitel 4

Warum? Warum, Warum?

Das Weiß kam auf mich zu,

mein Gesicht  im Schnee.

Ich blieb liegen, wünschte, ich schliefe ein.

Wachte nie wieder auf.

Aber da war noch der Mörder. Ich musste noch…

Ich stand auf.

Die Spur war nun deutlicher.

Weit konnte er nicht mehr sein.

Ich lief.

Kaum Kraft mehr. Humpelnd, stolpernd. Ich lief weiter.

Einen Schritt vor den nächsten, eine Böschung hinauf.

Meter für Meter, der Spur hinterher.

Hinter einer Kuppe blieb ich stehen.

Die Spur war nun ganz frisch.

Ich blicke nach unten.

Ich sehe die Spur. 

Sie endet im Rot. Ist er das?

Rot überall. 

Ich sacke zu Boden.

Krieche durch den Schnee.

Ich krieche zu ihr.

Johanna liegt steif im Schnee.

Ich lege mich neben sie.

In die rote Kuhle im Schnee, 

in der vor kurzer Zeit noch ihr Mörder gelegen hat,

und verliere das Bewusstsein.

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