Christopher Lee (1922 – 2015): Seine einzigartige Karriere

Der Schauspieler Christopher Lee
Der Schauspieler Christopher Lee

Sir Christopher Lee, CBE, CStJ, war ein britischer Schauspieler und Sänger, der für seine Darstellungen von Bösewichten Kultstatus erlangte.

⇒Filme mit Christopher Lee:

⇒Die Schlangengrube und das Pendel

Leben von Christopher Lee

Sein Vater Geoffrey Trollope Lee (1879–1941) war Offizier in der britischen Armee und Teilnehmer des Ersten Weltkrieges und des Burenkrieges. Über seine Mutter Estelle Marie Carandini di Sarzano (1889–1981) entstammte Lee dem alten gräflichen Adelsgeschlecht Carandini, das sich angeblich bis zu Karl dem Großen zurückverfolgen lässt. Aus diesem Grund nannte Lee seine eigene Filmfirma in den 1970er Jahren auch Charlemagne, nach der englischen und französischen Bezeichnung Karls des Großen. Seine Urgroßmutter war die Opernsängerin Marie Carandini. Aus der 1929 geschiedenen Ehe seiner Eltern stammte auch Lees Schwester Xandra (1917–2002). Er war ein Großcousin des James-Bond-Erfinders Ian Fleming und der Onkel der Schauspielerin Harriet Walter.

Während des Zweiten Weltkrieges diente Lee zunächst bei der Royal Air Force, dann bei der Long Range Desert Group, dem Special Air Service und dem Special Operations Executive; sein Rang bei seinem Ausscheiden bei Kriegsende war Flight Lieutenant, vergleichbar einem Hauptmann.

Christopher Lee beherrschte viele Sprachen, einige davon hatte er autodidaktisch erlernt. In einem Interview erklärte er, dass er Deutsch nur könne, weil er ab und zu auf Deutsch geschauspielert und gesungen habe; vor allem aber sei seine persönliche Liebe zur Musik Richard Wagners für seine intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache verantwortlich. Außerdem sprach er Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Spanisch, Portugiesisch, Swahili und drei Urdu-Dialekte.

Ab 1947 drehte er Filme. Er engagierte sich für UNICEF.

Lee war seit 1961 mit dem dänischen Model Birgit Kroencke (20. April 1935–23. Juni 2024) verheiratet. Die gemeinsame Tochter Christina wurde am 23. November 1963 geboren. Er lebte zuletzt in London und starb dort am 7. Juni 2015 im Alter von 93 Jahren im Chelsea and Westminster Hospital an Herz- und Lungenversagen. Sir Christopher Lee wurde feuerbestattet und seine Asche auf den Surrey Hills in England verstreut.

Christopher Lee als Dracula
Dracula, die bekannteste Rolle von Christopher Lee

Lee als Filmschauspieler

Seine erste Rolle hatte Lee in Im Banne der Vergangenheit (Corridors of Mirrors, 1947), weitere Filme zu Beginn seiner Karriere waren unter anderem Scotts letzte Fahrt (Scott of the Antarctic, 1948), Panzerschiff Graf Spee (The Battle of the River Plate, 1956) und Moulin Rouge (1953). Auch in einigen deutschen Edgar-Wallace-Verfilmungen der 1960er Jahre war er zu sehen. Hier spielte er mehrmals Polizeibeamte, da man ihn wegen seiner Körpergröße von 1,96 Metern als Heldenfigur installieren wollte. In Das Rätsel der roten Orchidee spielt er sogar die Hauptrolle.

Weltberühmt wurde Lee durch seine Darstellung des Grafen Dracula in dem gleichnamigen Horrorfilm von Terence Fisher 1958. Zudem spielte Lee in zahlreichen weiteren Horrorfilmen von Fisher und anderen Haus-Regisseuren der Hammer Film Productions, darunter in Frankensteins Fluch (The Curse of Frankenstein, 1957)Der Hund von Baskerville (The Hound of the Baskervilles, 1959) und Die Rache der Pharaonen (The Mummy, 1959). Die Popularität der Filme, so Eric Nuzum in einem Interview mit dem Tagesspiegel zur Veröffentlichung seines Vampirbuches The Dead Travel Fast, begründe sich in der „Reminiszenz an den Kalten Krieg“. In einer „Zeit der Angst“ spiele Lee ein „motivloses, beängstigendes Monster“, das „als Katalysator“ für „zutiefst böse Supermächte“ fungiert.

Die Rolle des Dracula spielte Lee bis 1973 siebenmal für die Hammer Productions sowie ein achtes Mal in Nachts, wenn Dracula erwacht, einer spanisch-deutschen Fassung unter der Regie von Jess Franco. Seine Vampirdarstellung in der französischen Filmkomödie Die Herren Dracula hingegen hatte nach seinen eigenen Aussagen nichts mit dem Dracula-Charakter zu tun. Er wird im Film selbst auch nur „Le Baron“, nicht aber „Dracula“ genannt.

Christopher Lee in Star Wars
Christopher Lee als Count Dooku in Star Wars

Aus Sorge, nur über die Rolle als Dracula definiert zu werden, weigerte sich Lee ab Mitte der 1970er Jahre, in weiteren Dracula-Adaptionen mitzuwirken, und nahm generell Abstand vom Horrorgenre. In einem Interview 1989 sagte er dazu:

„Ja, Dracula war die Rolle, die mich berühmt gemacht hat, und dafür bin ich dankbar. Aber das ist dreißig Jahre her, und ich arbeite immer noch im Film und in allen denkbaren Arten von Filmen. Ich mag keine Schubladen. Im letzten Jahr habe ich fünf Filme gemacht (darunter war kein einziger Horrorfilm, Anm.) – wo ist nun das Image: Verschwunden? Es wäre verschwunden, wenn man die Fakten akzeptierte. Aber das ist ein Problem der Presse, nicht des Publikums. Aber das Publikum glaubt, was die Presse schreibt, auch wenn das nicht stimmt.“

– C. Lee im Gespräch mit Gerd J. Pohl am 10. Februar 1989 in Duisburg
Zudem sah man Lee von 1965 bis 1969 in den Sax-Rohmer-Verfilmungen Ich, Dr. Fu Man ChuDie 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man ChuDie Rache des Dr. Fu Man ChuDer Todeskuss des Dr. Fu Man Chu und Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu, in denen er stets die Titelrolle spielte.

1974 verkörperte er Francisco Scaramanga, den Mann mit dem goldenen Colt, im gleichnamigen Film als Gegenspieler von James Bond (Roger Moore). Der James-Bond-Erfinder Ian Fleming hatte Lee anfangs auch für die Rollen von Dr. No bzw. James Bond bei den Produzenten vorgeschlagen. 1976 wurde ihm die Rolle des Dr. Sam Loomis in ⇒Halloween angeboten. Er lehnte diese ab, und so bekam Donald Pleasence die Rolle. Er bezeichnete diese Entscheidung später als seinen größten Fehler.

Christopher Lee in Herr der Ringe
Christopher Lee als Saruman in Herr der Ringe

In vielen seiner Filme spielte Lee an der Seite seines sehr guten Freundes Peter Cushing, in dreien mit Vincent Price. 1982 spielte dieses Trio zusammen mit John Carradine in der Horrorkomödie Das Haus der langen Schatten. 1991 moderierte er auf Deutsch zusammen mit Sabrina Fox die Sendung Wahre Wunder auf Sat.1. Im Jahr 1995 spielte er die Rolle des Pharao Ramses II. im Film Die Bibel – Moses – Teil der von der Kirch-Gruppe produzierten Gesamtverfilmung der Bibel, über die er sich sehr positiv äußerte.

In den 2000er Jahren sah man ihn in den ersten beiden Teilen der Herr-der-Ringe-Trilogie als Zauberer Saruman. Beim dritten Teil wurde bei den Schnittarbeiten entschieden, Lees Szenen zu streichen. In der Extended Edition, die nur auf DVD, VHS und Blu-ray Disc erhältlich ist, sind diese zu sehen. Die Mitwirkung bei dieser Verfilmung betrachtete er nach eigenen Angaben als eine große Ehre, sei er doch selbst ein großer Fan von Der Herr der Ringe. Lee war der einzige unter den Mitgliedern der Filmbesetzung, der J. R. R. Tolkien persönlich gekannt hatte (Lee hatte ihn in einem Pub in Oxford getroffen).

Zudem verkörperte er in Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger den Bösewicht Count Dooku, eine der Hauptfiguren. Auch in der Fortsetzung Die Rache der Sith und dem Animationsfilm Star Wars: The Clone Wars verkörperte Lee die Figur.

Nach mehreren Nebenrollen in verschiedenen Kino-und-Fernsehfilmen feierte er 2010 mit dem Film The Resident sein Comeback als Hammer-Darsteller. In der dreiteiligen Verfilmung des Tolkien-Romans Der Hobbit spielte er wieder die Rolle des Saruman. Eigentlich für die Hauptrolle vorgesehen, spielte Lee im Jahr 2011 verletzungsbedingt lediglich eine Gastrolle in The Wicker Tree, einem Spin-off von The Wicker Man.

(Quelle: Wikipedia)

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