
Peter Cushing war ein britischer Schauspieler. Besondere Popularität erlangte er ab den 1950er Jahren als Darsteller zahlreicher Horrorfilme.
⇒Filme mit Peter Cushing:
Leben und Karriere von Peter Cushing
Der Sohn von Nellie Marie King und George Edward Cushing wuchs in Kenley und Dulwich nahe London auf. Nach einer kurzzeitigen Anstellung bei einem Landvermesser nahm er mit einem Stipendium ein Studium an der Guildhall School of Music and Drama auf. 1939 ging Cushing nach Hollywood und spielte in mehreren Filmen mit, darunter in In Oxford (A Chump at Oxford, 1940), mit Laurel und Hardy. Seine erste größere Rolle war die Darstellung des Osric im Film Hamlet neben Laurence Olivier. 1943 heiratete Cushing die Schauspielerin Helen Beck, die 1971 verstarb.
In den 1950er Jahren arbeitete Cushing auch für das Fernsehen und fand große Beachtung durch die Rolle des Winston Smith in der Fernsehverfilmung des George-Orwell-Romans 1984. Des Weiteren war er in den BBC-Fernsehverfilmungen Stolz und Vorurteil (1952, als Fitzwilliam Darcy) und Richard of Bordeaux (1955, als König Richard II.) zu sehen.
Weltweit bekannt wurde Peter Cushing durch seine Verkörperung des Professor van Helsing in Terence Fishers erstem Dracula-Film von 1958, in dem er als Vampirjäger Graf Dracula auf der ⇒Spur war. Vier weitere Filme mit Cushing als Van Helsing folgten. Der Erfolg der Dracula-Filme etablierte Cushing als einen der führenden ⇒Stars von Horrorfilmen. Bis in die 1980er Jahre war er in Dutzenden von Filmen dieses Genres zu sehen. Der asketisch wirkende Cushing verkörperte in der Regel geistig überlegene Charaktere (Detektive, Wissenschaftler, Ärzte), die zielgerichtet und konzentriert handelten. Der Schauspieler drehte nach seinem Durchbruch nur wenige Filme, die nicht zum Horrorgenre zählten.

Bei der britischen Firma Hammer Films, bei der er ab 1957 unter Vertrag war, spielte Cushing aber auch den unglückseligen Dr. Frankenstein (in insgesamt sechs Filmen, beginnend mit Frankensteins Fluch von 1957) und den Meisterdetektiv Sherlock Holmes, den er in der ersten Farbfilm-Adaption eines Holmes-Romans verkörperte: Der Hund von Baskerville (1959). Neben ⇒Christopher Lee war er einer der Stammschauspieler des Studios. Nach dem Erfolg von Der Hund von Baskerville war er 1968 einer der Darsteller des Meisterdetektivs Sherlock Holmes in der gleichnamigen BBC-Fernsehserie. An seiner Seite spielte Nigel Stock Doktor Watson. 1984 war Cushing in dem Fernsehfilm The Masks of Death ein letztes Mal als Sherlock Holmes zu sehen, John Mills verkörperte Doktor Watson.
Auch in Filmen der Hammer-Konkurrenzfirma Amicus trat Cushing regelmäßig in Erscheinung, so etwa in den Episodenfilmen Die Todeskarten des Dr. Schreck (1965) und Geschichten aus der Gruft (1971) oder der Dr.-Jekyll-Verfilmung I, Monster (1971). Zweimal spielte er für Amicus den mysteriösen Doctor in den Kinofilmen Dr. Who und die Daleks (1965) und Dr. Who – Die Invasion der Daleks auf der Erde 2150 n. Chr. (1966). In der gleichnamigen Fernsehserie wirkte er nicht mit. Anders als Paul McGann, der die Rolle im Fernsehfilm von 1996 verkörperte, werden Cushings Filme und seine Inkarnation des Timelords nicht zum Kanon der Serie gezählt.

Spätere Rollen
Die bekannteste seiner späteren Rollen war die des Grand Moff Tarkin in Krieg der Sterne (1977), dem ersten Teil der Star-Wars-Reihe (spätere Zählweise: Episode IV) von George Lucas. In dieser Rolle taucht Cushing 2016 auch posthum als CGI-Animation in dem Krieg-der-Sterne-Prequel Rogue One auf, wobei eine ähnliche Technik angewandt wurde wie bei Gollum in Der Herr der Ringe. Die Rolle wurde in Rogue One von Guy Henry gespielt und auch gesprochen und anschließend die Cushing-Animation über Henrys Gesichtszüge gelegt. Zuvor hatte die Figur bereits einen posthumen Cameoauftritt in Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith (2005) gehabt, hierzu war eine Vollmaske verwendet worden.
In Anerkennung seiner schauspielerischen Leistungen sowohl in Großbritannien als auch weltweit wurde Cushing 1989 der Titel Officer of the Order of the British Empire verliehen. Seine nachlassende Gesundheit bewog ihn, in ein Haus am Meer bei Whitstable zu ziehen, wo er sich seinem Hobby der Vogelbeobachtung hingab, zwei Autobiografien schrieb und ein Kinderbuch im Stil von Lewis Carroll verfasste und selbst illustrierte: The Bois Saga. Auch als Kunstmaler und Karikaturist machte sich Cushing einen Namen. Des Weiteren war er ein leidenschaftlicher Sammler von Zinnfiguren.

Noch eine Woche vor seinem Tod war er neben Christopher Lee als Sprecher der Dokumentation Flesh and Blood, the Hammer Heritage of Horror des Regisseurs Ted Newsom zu hören. Cushing starb am 11. August 1994 im Alter von 81 Jahren an Prostatakrebs. Seine Urne wurde bei jener seiner Frau Helen auf einem anonymen Grab in Seasalter beigesetzt.
(Quelle: Wikipedia)




